Ein Plattformcontainer ist ein Frachtcontainer, der im Wesentlichen aus einem verstärkten Ladeboden ohne Seitenwände, Stirnwände und Dach besteht. Er dient dem intermodalen Transport besonders schwerer, sperriger oder übergroßer Ladung, die sich nicht in einem geschlossenen Seecontainer unterbringen lässt.
Der Plattformcontainer besitzt eine belastbare Bodenkonstruktion mit Eckbeschlägen an den genormten Positionen. Eine geschlossene Außenhülle gibt es nicht. Die Ladung kann daher von oben, von den Seiten und grundsätzlich auch über die Stirnseiten aufgebracht werden.
An der Bodenkonstruktion befinden sich Befestigungsmöglichkeiten für die Ladungssicherung. Ihre Anzahl, Anordnung und zulässige Belastung unterscheiden sich je nach Modell. Für die Transportplanung müssen deshalb das Datenblatt und die Kennzeichnungen des konkreten Containers geprüft werden.
Plattformcontainer werden vor allem in 20- und 40-Fuß-Ausführungen eingesetzt. Abmessungen, Eigengewicht und zulässige Nutzlast können abhängig von Hersteller und Ausführung erheblich variieren.
Die maßgebliche Produktnorm ist ISO 1496-5:2018. Sie regelt Anforderungen und Prüfungen für Plattformen und plattformbasierte Container der ISO-Reihe 1. Die aktuelle Fassung der Norm wurde 2018 veröffentlicht. Die ISO hat sie 2024 turnusmäßig überprüft und unverändert bestätigt.
Die Norm behandelt unter anderem Konstruktion, Festigkeit, Hebevorgänge, Ladungssicherung und Prüfungen. Sie weist außerdem auf betriebliche Einschränkungen hin: Beladene reine Plattformen können beispielsweise nicht wie geschlossene Standardcontainer mit einem konventionellen Spreader an oberen Eckbeschlägen angehoben werden.
Die Zuordnung zu den Größenklassen der ISO-Reihe 1 richtet sich nach ISO 668.
Ein reiner Plattformcontainer besitzt keine Seiten- oder Stirnwände und kein Dach. Er besteht im Wesentlichen nur aus der tragenden Bodenplattform.
Ein Flat Rack gehört dagegen zur Gruppe der plattformbasierten Container. Es besitzt zusätzlich zwei Stirnrahmen beziehungsweise Stirnwände. Je nach Bauart sind diese feststehend oder einklappbar. Seitenwände und Dach fehlen auch beim Flat Rack.
Die Begriffe werden im allgemeinen Sprachgebrauch teilweise gleichgesetzt. Technisch handelt es sich jedoch um unterschiedliche Bauformen:
Plattformcontainer werden für Güter eingesetzt, die aufgrund ihrer Abmessungen, ihres Gewichts oder ihrer Form nicht in einen geschlossenen Container passen. Typische Beispiele sind:
Ob sich eine bestimmte Ladung transportieren lässt, hängt nicht nur von ihrer Gesamtmasse ab. Zu prüfen sind auch die Lastverteilung, mögliche Punktlasten, der Schwerpunkt, die Auflageflächen und die Möglichkeiten zur Ladungssicherung.
Als Out-of-Gauge, kurz OOG, wird Ladung bezeichnet, die über die regulären Abmessungen des Containers hinausragt. Bei einem Plattformcontainer kann die Ladung je nach Freigabe seitlich, nach oben oder über die Stirnseiten überstehen.
Solche Transporte müssen vorab mit dem beteiligten Frachtführer abgestimmt werden. Dabei werden unter anderem die Abmessungen, das Gewicht, der Schwerpunkt, die Sicherung und die benötigten Stellplätze geprüft. Ein Plattformcontainer erlaubt somit nicht automatisch Ladungsüberstände in beliebiger Größe.
Da Wände und Dach fehlen, muss die Ladung durch geeignete Sicherungsmittel gegen Verrutschen, Kippen, Rollen und Abheben gesichert werden. Abhängig von der Ladung kommen beispielsweise Zurrketten, Zurrgurte, Drahtseile, Holzunterbauten, Keile oder speziell gefertigte Halterungen infrage.
Die Sicherung muss auf die auftretenden Belastungen des jeweiligen Verkehrsträgers abgestimmt sein. Dabei sind sowohl die zulässige Belastung der Zurrpunkte als auch die Festigkeit des Ladeguts und seiner Anschlagpunkte zu berücksichtigen.
Die offene Bauweise erleichtert das Verladen großer und schwerer Güter. Krane und andere Hebezeuge können die Ladung ohne störende Seitenwände oder Dachkonstruktionen erreichen.
Weitere Vorteile sind:
Die offene Bauform bietet jedoch keinen Wetterschutz. Ladung und Verpackung müssen daher für die zu erwartenden Transportbedingungen geeignet sein.
Nein. Ein reiner Plattformcontainer besitzt weder Seitenwände noch Stirnwände. Ein Flat Rack verfügt zusätzlich über zwei feste oder klappbare Stirnrahmen. Beide gehören zur Familie der offenen beziehungsweise plattformbasierten Frachtcontainer.
Ja. Plattformcontainer werden insbesondere in den ISO-Längen 20 und 40 Fuß verwendet. Die konkreten Maße, Gewichte und Tragfähigkeiten müssen dem Datenblatt der jeweiligen Einheit entnommen werden.
Aufgrund der fehlenden Wände ist die Ladefläche von oben und von den Seiten frei zugänglich. Die tatsächliche Verladung hängt jedoch von der eingesetzten Hebetechnik, der Ladungsform und den Sicherheitsvorgaben am Umschlagort ab.
Ein Überstand kann bei entsprechend geplanten Out-of-Gauge-Transporten möglich sein. Dafür sind die vorherige Freigabe durch den Frachtführer sowie eine geeignete Lastverteilung und Ladungssicherung erforderlich.
Nach ISO 1496-5 bestehen für beladene reine Plattformen betriebliche Einschränkungen. Sie können nicht grundsätzlich wie geschlossene ISO-Container gestapelt oder mit konventionellen Spreadern an oberen Eckbeschlägen gehoben werden. Maßgeblich sind die Konstruktion der konkreten Einheit und die Vorgaben des Frachtführers.