Kurz erklärt
Ein Reachstacker ist ein selbstfahrendes Umschlaggerät zum Heben, Transportieren und Stapeln von Containern. Er nimmt den Container mit einem Spreader an den oberen Eckbeschlägen auf. Durch seinen ausfahrbaren Teleskopausleger kann er auch Container erreichen, die nicht unmittelbar vor dem Fahrzeug stehen.
Am Teleskopausleger befindet sich in der Regel ein verstellbarer Spreader. Dieser wird auf den Container abgesenkt und über Twistlocks mit dessen oberen Eckbeschlägen verbunden. Anschließend kann der Reachstacker den Container anheben, über kurze Strecken transportieren und auf einem Fahrzeug, Eisenbahnwagen oder Containerstellplatz absetzen.
Viele Spreader lassen sich auf unterschiedliche Containerlängen einstellen. Welche Größen und Containerarten aufgenommen werden können, hängt von der Ausstattung des jeweiligen Reachstackers ab.
Der englische Name setzt sich aus „reach“ für „reichen“ und „stacker“ für „Stapler“ zusammen. Er beschreibt die Fähigkeit des Fahrzeugs, mit seinem Ausleger über die erste Containerreihe hinauszugreifen und Container in dahinterliegenden Reihen zu bewegen.
Im Deutschen wird überwiegend die zusammengeschriebene Form „Reachstacker“ verwendet. Im Englischen ist auch die Schreibweise „reach stacker“ üblich.
Reachstacker kommen überall dort zum Einsatz, wo Container flexibel auf begrenzter Fläche bewegt werden müssen. Typische Einsatzorte sind:
Sie können Container zwischen Lagerfläche, Lkw und Eisenbahnwagen umschlagen. Einige Maschinen lassen sich mit besonderen Anbaugeräten auch für andere schwere Lasten einsetzen.
Reachstacker für den Containerumschlag sind meist für gängige ISO-Container ausgelegt. Dazu gehören je nach Fahrzeug und Spreader beispielsweise 20-, 40- und 45-Fuß-Container.
Ob ein bestimmter Container sicher aufgenommen werden kann, hängt unter anderem von diesen Faktoren ab:
Entscheidend ist das Lastdiagramm der Maschine. Die maximale Tragfähigkeit gilt nicht automatisch bei jeder Ausladung und Stapelposition.
Ein Spreader ist das Lastaufnahmemittel zwischen Reachstacker und Container. Seine Twistlocks greifen in die oberen Eckbeschläge des Containers und verriegeln dort.
Teleskopierbare Spreader können an verschiedene Containerlängen angepasst werden. Je nach Ausführung sind weitere Funktionen möglich, etwa das seitliche Verschieben, Drehen oder Neigen des aufgenommenen Containers.
Der Begriff Containerstapler wird häufig als Oberbegriff für verschiedene Umschlaggeräte verwendet. Technisch unterscheiden sich die Maschinen jedoch in ihrer Bauweise.
Ein Reachstacker besitzt einen schräg angeordneten Teleskopausleger. Dadurch kann er Container in mehreren Reihen erreichen. Andere Containerstapler arbeiten beispielsweise mit einem weitgehend senkrechten Hubmast und sind vor allem für Container in der vorderen Reihe ausgelegt.
Auch ein klassischer Gabelstapler ist nicht mit einem Reachstacker gleichzusetzen. Er nimmt Lasten normalerweise mit Gabelzinken von unten auf. Der Reachstacker hebt ISO-Container dagegen üblicherweise mit einem Spreader von oben.
Ein Portalhubwagen, auch Straddle Carrier genannt, fährt mit seinem hohen Rahmen über einen Container hinweg und hebt ihn innerhalb des Fahrzeugs an. Er kann Container transportieren und je nach Ausführung stapeln.
Ein Reachstacker nimmt den Container dagegen vor dem Fahrzeug mit einem ausfahrbaren Ausleger auf. Dadurch benötigt er eine andere Fahr- und Rangierfläche. Welches Gerät geeigneter ist, hängt unter anderem von der Größe des Terminals, der Anordnung der Containerblöcke und der gewünschten Umschlagleistung ab.
Die Tragfähigkeit eines Reachstackers ist modell- und einsatzabhängig. Hersteller bieten Maschinen für beladene Container sowie besondere Ausführungen für industrielle Schwerlasten an.
Bei ausgefahrenem Ausleger oder beim Zugriff auf weiter hinten stehende Container steht normalerweise eine geringere Tragfähigkeit zur Verfügung als in der ersten Reihe. Maßgeblich ist deshalb nicht nur das Containergewicht, sondern immer die Kombination aus Gewicht, Ausladung, Hubhöhe und Position.
Reachstacker dürfen nur innerhalb ihrer vorgegebenen Tragfähigkeiten und Einsatzgrenzen betrieben werden. Vor dem Anheben müssen unter anderem die korrekte Verriegelung des Spreaders, das Gewicht der Last und die geplante Arbeitsposition berücksichtigt werden.
Auch der Untergrund ist wichtig: Das hohe Gesamtgewicht und die dynamischen Kräfte beim Fahren und Bremsen erfordern eine ausreichend tragfähige und geeignete Verkehrsfläche. Bedienung, Prüfung und Wartung richten sich nach den Herstellervorgaben sowie den am Einsatzort geltenden Arbeitsschutzbestimmungen.
Ein Reachstacker ist ein schweres Umschlagfahrzeug, das Container mit einem Teleskopausleger und einem Spreader anhebt. Er kann Container transportieren, stapeln sowie auf Lkw oder Eisenbahnwagen setzen.
Dafür ausgelegte Reachstacker können beladene Container bewegen. Ob ein konkreter Container aufgenommen werden darf, ergibt sich aus seinem Gesamtgewicht und dem Lastdiagramm der Maschine. Mit zunehmender Ausladung kann die zulässige Tragfähigkeit sinken.
Ja. Der Teleskopausleger ermöglicht den Zugriff über die vordere Reihe hinaus. Wie viele Reihen und Stapelhöhen erreichbar sind, hängt vom Maschinenmodell, vom Containergewicht und von der Anordnung des Lagerplatzes ab.
Beim üblichen Containerumschlag verriegelt der Spreader in den oberen Eckbeschlägen des Containers. Diese Eckbeschläge werden häufig auch Corner Castings genannt.
Ein Reachstacker übernimmt zwar Hebeaufgaben, ist aber kein stationärer Hafenkran. Er ist ein mobiles Umschlagfahrzeug mit Teleskopausleger und kann Container auf dem Betriebsgelände über kurze Strecken transportieren.